beew - Fünf Wahrheiten über den Strompreis

1. Wahrheit: Der Strompreis sinkt – und keiner merkt´s.

Wind und Sonne senken den Preis an der Strombörse! Die Energieversorger können ihren Strom also immer günstiger einkaufen. Nur leider merkt der Endverbraucher von dieser Preissenkung nichts. Denn die Konzerne geben diesen Vorteil nicht an die Stromkunden weiter. Schlimmer noch: Jeder Anstieg der Ökostrom-Umlage wird genutzt, um die Preise erneut zu erhöhen. Privathaushalte bezahlen die Energiewende, profitieren aber nicht von den sinkenden Strompreisen an der Börse.

Dabei wäre eine Lösung einfach, wie die von Greenpeace vorgeschlagene dreistufige Abzockbremse zeigt.

2. Wahrheit: Der Ausbau der Erneuerbaren kostet Geld – genauso wie Atom- und Kohlestrom.

Was die Gegner der Energiewende gerne verschweigen: Auch Kohle- und Atomstrom wurden und werden vom Steuerzahler bezahlt und zwar in Form von Subventionen und Finanzhilfen aus dem Staatshaushalt. Die Förderung alternativer Energie dagegen erscheint direkt auf Ihrer Stromrechnung. Damit Sie sinnvoll vergleichen können, haben wir die staatlichen Förderungen für alle Energieformen von 1970 bis heute einmal aufgeführt:

Foerderung der Energieformen

Über einen Zeitraum von 42 Jahren haben Kohle- und Atomindustrie zusammen knapp acht mal soviel Förderung erhalten wie die Erneuerbaren Energien!

3. Wahrheit: Ungerechte Besteuerung der sauberen Energie.

Windkraft Brunsbuettel

Windkraftanlagen vor Kernkraftwerk Brunsbüttel, © Paul Langrock / Greenpeace

Energie aus Wind oder Sonne wird bei der Stromsteuer genau so hoch belastet wie Atomkraft oder Braunkohle. Das ist ungerecht, denn die Umweltfolgekosten dieser veralteten Technologien (zum Beispiel die Kosten für die Endlagerung des Atommülls oder die Folgen des Klimawandels durch CO2-Ausstoß) werden auf die Steuerzahler abgewälzt – also nicht vom Verursacher getragen.

Würden die Umweltfolgeschäden in den Strompreis einbezogen, wären die Erneuerbaren Energien sofort deutlich günstiger und Kohle & Co. umgekehrt erheblich teurer. Der Effekt: Steuergerechtigkeit zwischen den Energieträgern.

 

4. Wahrheit: Von der Ausnahme zur Regel – immer mehr Unternehmen lassen sich von der EEG-Umlage befreien.

Die „Besondere Ausgleichsregelung“ des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sorgt dafür, dass stromintensive Unternehmen bei ihren Stromkosten entlastet werden. Ursprünglich wurde sie eingeführt, um betroffene Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu schützen. Inzwischen wurde die Regelung aber auch auf Unternehmen mit geringer oder keiner Handelsintensität und einer geringeren Energieintensität ausgeweitet – wie zum Beispiel Mineralwasserabfüller, Speiseeishersteller oder Futtermittelproduzenten. Die Ausnahmen für die Industrie wurden so zur Regel:

Befreiung EEG Umlage

Die Zahlen zeigen deutlich: Immer mehr Unternehmen lassen sich auf dem Rücken der kleinen Stromkunden durch die Energiewende tragen!

 

5. Wahrheit: Ein sofortiges Ausbauende der Erneuerbaren hätte nur geringen Einfluss auf die Preisentwicklung.

Seit Ende der 1990er Jahre wurde hierzulande kaum mehr in den Kraftwerkspark und die Stromnetze investiert. Somit stehen jetzt ohnehin hohe Investitionen an – mit oder ohne Energiewende. Der Umstieg auf saubere Energieträger lenkt die nötigen Ausgaben lediglich in eine ökologische Richtung.

Zudem waren Windräder und Solaranlagen nie so günstig wie heute. Würde jetzt der Ausbau der Erneuerbaren verlangsamt oder gar gestoppt, würde unsere Volkswirtschaft – und damit wir alle – um die Erträge dieses gesamtgesellschaftlichen Großprojekts gebracht.

Für eine gerechte und erfolgreiche Energiewende

Fotovoltaik

Foto: Photovoltaikanlage auf Hausdach, hinten die Kuppel des Reichstags. © Paul Langrock / Greenpeace

Lassen wir uns von den Strompreis-Lügnern nicht die Energiewende kaputt machen: Wir sind auf dem richtigen Weg. Kollegen aus anderen Ländern versichern mir immer wieder, dass ihre Regierungen gebannt nach Deutschland schauen. Der Tenor: Wenn Deutschland es schafft, dann ist die Energiewende auch für andere Länder machbar. Liefern wir also die Blaupause für ein modernes und sicheres Energiesystem.

Quelle: Greenpeace

 

veröffentlicht am 23. August 2013