beew - Auf ein Wort: Wo soll die Energiewende denn stattfinden, wenn nicht hier und jetzt?

In der Folge der Reaktor-Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011 haben viele Menschen den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Und die Bundesregierung, die nur sechs Monate vorher eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke beschlossen hatte, ist wieder umgeschwenkt.

In der Zwischenzeit wurden Klimakonzepte in Gemeinden und Landkreisen entwickelt. Aber überall da, wo Windräder stehen könnten und den Menschen im Landkreis Harburg zu einer umweltfreundlichen und regionalen Stromversorgung verhelfen könnten, regt sich Widerstand.

Vergessen sind offenbar die Schrecken von Fukushima und Tschernobyl sowie alle guten Vorsätze. Jetzt ist von „Windwahn“ und „Gegenwind“ die Rede. Klar, Windräder sind sichtbar, aber was ist so schlimm daran? Im Gegensatz zu Atomkraftwerken sind sie binnen weniger Tage wieder abzubauen, sind zu 100% recyclebar und hinterlassen unseren Kindern keine Probleme und auch keine Folgekosten. Atommüll hingegen wird unsere Nachfahren noch 1 Million Jahre, also 30.000 Generationen!!! von Menschen beschäftigen müssen, da er gefährlich ist.

Ändern wir die Blickrichtung: Man kann auch stolz sein auf Windräder, die aus dem kostenlosen Wind nützlichen Strom produzieren.

Heizkraftwerke sind auch keine Alternative, da das Klima immer weiter aufgeheizt wird. Schon jetzt schmelzen Gletscher, schon jetzt haben wir die wärmsten Temperaturen seit Menschen Gedenken bzw. dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und noch nie haben Menschen soviel Gas und Öl verbrannt, wie in den letzten fünf Jahrzehnten.
Wir verzeichnen eine starke Zunahme an Winden, auch bei uns. Diese gab es vor 20 Jahren als Herbst-und Frühjahrsstürme. Jetzt treten sie das ganze Jahr über auf. Dazu Starkregen, der für Verkehrschaos und vollgelaufene Keller sorgt. Dazu die sogenannten Jahrhundert-Hochwasser. An der Elbe haben wir sie bereits 2 Mal in diesem Jahrhundert erlebt und wir sind erst im Jahr 15 angelangt… Aus unserer Sicht sind diese Milliarden-Schäden keine Naturkatastrophe, die sich aus unerfindlichen Gründen ereignet hat, sondern eine direkte Folge oder Begleiterscheinung der Klima-Erwärmung.

Bleiben also die umweltfreundlichen Alternativen wie Sonne, Wind und Wasserkraft. Nutzen wir sie, auch wenn die Förderungen dieser neuen Technologien von unseren Politikern drastisch zusammen gestrichen worden sind. Diese Energien werden immer zur Verfügung stehen, und sie sind keinen politischen Begehrlichkeiten ausgesetzt wie Öl oder Gas.

Regenerative Energien sind der einzige Ausweg aus der Klimakatastrophe! Sie kosten zunächst ein wenig mehr, aber wenn die Schäden der Klimaveränderung zusammen gerechnet werden, viel günstiger, als immer so weiterzumachen.

Wo soll denn die Energiewende herkommen, wenn nicht von uns Bürgern? Wann soll sie denn ernsthaft beginnen, wenn nicht jetzt? Handeln wir! Bauen wir Solaranlagen und Windräder, Wasserkraftwerke und vor allem: Dämmen wir unsere Häuser. Hier werden etwa 80% der Energie verbraucht.

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Wilfried Staake

veröffentlicht am 6. Januar 2015